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Unterschied Optionen vs. Optionsscheine

Standardisiert und transparent

Die US-amerikanische Aktienoption und andere US-Optionen sind standardisiert. Gleiches gilt für an der Eurex gehandelte Optionen.

US-Aktienoptionen beziehen sich in aller Regel auf 100 Aktien. Eurexoptionen ebenfalls.

D. h., wenn Sie eine Kaufoption erwerben, haben Sie das Recht, 100 Aktien zu dem Basispreis der Option bis zum Ende der Laufzeit kaufen zu dürfen, auch, wenn der gegenwärtige Preis des Basisguts, etwa eine Aktie, viel höher ist.

Wenn Sie eine Verkaufsoption erwerben, so haben Sie das Recht, 100 Aktien zu dem Basispreis der Option bis Ende der Laufzeit verkaufen zu dürften, auch, wenn der Kurs wesentlich niedriger ist, etwa, weil er eingebrochen ist.

Bei Optionsscheinen verhält es sich anders. Ein Optionsschein kann ein "Bezugsrecht" auf 15 Aktien haben, auf 2 oder 5 oder auch 50 oder 150. Optionsscheine sind nicht standardisiert und damit sehr intransparent bzw. sehr schwer zu vergleichen.

Optionsscheine zu vergleichen ist eine ewig dauernde, komplizierte Rechnerei.

Börslich gehandelt

Optionen sind im Gegensatz zu Optionsscheinen börslich gehandelt.

Dadurch kommt leicht ein weiterer Marktteilnehmer, wenn ein Preis zu niedrig ist und es ist eine mehr oder weniger faire Preisbildung gesichert.

Es gibt zwar auch inzwischen eine Reihe von börslich gehandelten Optionsscheinen, aber es ist nicht die Regel.

Bei Optionsscheinen, die nicht börslich gehandelt werden, stellt der Emittent, meist eine Bank, einen sog. "fairen Kurs", wenn sich kein Käufer findet bzw. der Optionsschein aus dem Geld ist. Anlegerschützer bezweifeln, daß die Rechenmodelle der Banken zur Ermittlung des sog. fairen Wertes wirklich fair sind. Hier gibt es auch keine gesetzlichen Vorschriften, d. h., jede Bank berechnet nach ihrem eigenen Schema.

Optionsschein = Kontrahent ist der Emittent

Beim Optionsschein ist Ihr Gegener bzw. höflich formuliert Kontrahent, der Emittent, also der, der den Optionsschein auch emittiert hat, meist eine Bank.

Bei Optionen ist Ihr Kontrahent unbekannt, weil Optionen börslich gehandelt werden. Es kann auch eine Bank sein, die die Optionen geschrieben hat, es kann aber auch ein Bauer in Australien sein. Man weiß es nicht, weil man nicht direkt gegeneinander handelt, sondern über die Börse, wo die Abrechnungsstelle dazwischen ist (die "clearing"-Stelle).

Durch den Börsenhandel findet sich daher auch immer ein Arbitragör, wenn die Preise zu billig erscheinen.

Beim Optionsschein gehört jeder Rappen (Cent), den Sie verlieren, dem Emittenten.



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March 04. 2017 20:46:10
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